Münchener Kirchengeschichte.

Das deutsche Rom, so nannte voll Begeisterung der Kirchenprobst Anton Kramer das München vergangener Tage. Und im Mittelalter bis herauf zur Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Bezeichnung ja auch vollkommen zutreffend, denn keine andere deutsche Stadt hatte eine so große Zahl schöner Kirchen und reich ausgestatteter Klöster aufzuweisen wie München.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts zählte München die Pfarreien zu St. Peter, zu Unserer Lieben Frau und hl. Geist. An Klöstern waren vorhanden die der Klarissinnen, Franziskaner und Augustiner, die Altenhofkapelle, das Püttrich-Regelhaus und das Ridler-Regelhaus.

In den folgenden zwei Jahrhunderten aber wuchs die Zahl dieser kirchlichen Anstalten ganz gewaltig. Es kamen hinzu: die Salvatorkirche, die Kreuzkirche, die Michaelskirche, der Bürgersaal und die Säle für die größere und kleinere lateinische Kongregation, die Seminarkirche, die Hofkapelle, die Herzog Max-Kapelle, die Rochuskirche, die Kirche zu Ehren des hl. Nikolaus von Tolentin, die Sebastianskirche auf dem Anger, die Kirche U. L. Frau in der Gruft, die Johanniskirche in der Sendlingerstraße, die Stephanskirche (südl. Friedhof), die Herzogspitalkirche, die Josephspitalkirche, die Kirche bei dem Militärlazareth, die Kirche auf dem Gasteig und die Kirchen der verschiedenen Klöster.

Neben München gab es nur noch eine deutsche Stadt, die auf den oben erwähnten Titel Anspruch machen konnte: Prag, das zu jenen Zeiten ja noch als vollkommen deutsch galt.

Eine Statistik aus dem Jahre 1782 weist in München folgende geistliche Institute auf:

1 Chorherrenstift (U. l. Frau),
4 Pfarreien,
16 Klöster mit ebensovielen Klosterkirchen,
5 Filialkirchen,
44 konsekrirte Kapellen.

Im Ganzen 112 Gotteshäuser, zu welchen 554 Priester, 390 Religiosinnen und 4 Klausner gehörten.

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