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abtrat, so daß diese schließlich alleinige Besitzerin ward. Gegenwärtig besitzt die Mühle Herr A. Rauber.

Bemerkenswerth ist auch das heute noch bestehende Gut "Zum Stern", das ehedem geistliches Lehen der Kirche U. L. Frau in München war, dessen Lehensträger um 1640 obengenannter Hans Ulrich Vachner war.

Untermenzing besitzt eine gothische Kirche, deren alte Altäre sich im Nationalmuseum befinden.

Pasing.

Eine blühende, kleine Stadt voll zukunftsreicher Entwicklung, so zeigt sich Pasing heute dem Besucher. Jetzt, wo Laim schon zum Münchener Stadtgebiete gehört, ist der ehemalige Vorort zur Vorstadt geworden.

Die Geschichte Pasings, in den ältesten Urkunden Pasingas, von Paosa oder Poso, d. h. "bei den Nachkommen des Paoso" oder "Ort des Paoso", Päsingen, Baesingen, Peisingen, pasingen, pasingun, auch paisingen genannt, reicht bis in die Zeit zurück, da die Römer im deutschen resp. bayerischen Lande hausten.

Dies beweisen die 1841 daselbst gefundenen und von dem Kreisbaurath Panzer im 4. Bande des Oberbayerischen Archives beschriebenen Alterthümer. Darunter befand sich eine Urne, auf welcher das Wort "fortis" ("tapfer") zu lesen war. Dies legt die Annahme nahe, daß Pasing zu Zeiten der Römer (also um die Zeit der Geburt Christi herum) eine Militärstation war und zwar an der alten römischen Heerstraße von Augsburg nach Salzburg.

Diese Urne wurde auf dem sogenannten "Brändlfeld" gefunden (der Name existirt jetzt noch), welch' letzteres nichts anderes war (diese Annahme ergibt sich aus vorgefundenen Resten) als ein römisches "Bustum", d. h. Brandstätte, wo man die Leichen verbrannte, ähnlich unseren heutigen Krematorien.

Für die Geschichte des Ackerbaues sind von Bedeutung die sogenannten "Hochäcker"; sie sind angelegt, um schwere Frucht zu erzielen und lassen sich am besten vergleichen mit den hügelartigen Streifen auf Kartoffelfeldern, welche ebenfalls wie die ehemaligen Hochäcker heute noch vom Landmanne "Bifänge" genannt werden; sie finden sich zahlreich in der Umgegend Pasings, so bei Aubing, hinter Allach gegen Dachau zu.

Noch ist zu bemerken, daß auf der sogenannten "Insel" eine Münze mit dem Bilde des römischen Kaisers Konstantin gefunden wurde und nach verschiedenen Anzeichen auf ihr einst auch ein Burgstall stand.

Die erste sichere Nachricht über Pasing erhalten wir durch eine Urkunde aus dem Jahre 763, als Thassilo II. Herzog von Bayern war; nach derselben war der Ort durch Schankung an das Kloster Scharnitz (an der bayerisch-österreichischen Grenze) gekommen.

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