Münchens Weiterentwicklung

So wenig absolut verläßliche Daten uns über die eigentliche Gründung der Stadt zur Verfügung stehen, so wenig Genaues läßt sich auch über die ersten Jahrzehnte nachher berichten. Eine regelrechte Ummauerung mit Stadtthoren und Gräben dürfte die junge Ansiedelung kaum besessen haben. Erst als Heinrich der Löwe im Jahre 1175 von seinem Kriegszuge aus Italien zurückkehrte, ging er - wie uns verschiedene Chronisten übereinstimmend berichten - daran, die Stadt zu befestigen.

Es dürften aber auch da nur die vier Stadtthore und regelrechten Umwallungen angelegt worden sein, denn die Umfangung der Stadt mit Mauern stammt zweifellos erst aus der viel späteren Zeit Herzog Rudolphs des Stammlers.

Auch die ältesten Siegel der Stadt München künden dem Beschauer da gar manches. Das im Stadtarchiv vorhandene älteste Siegel aus dem Jahre 1235 zeigt noch keine Stadtmauern, auf dem vom Jahre 1313 aber ist schon ein Thor mit daranschließender Mauer zu sehen. Bergmann sagt dazu: "Es ist außer allem Zweifel, daß die Ringmauern diejenigen gewesen, welche noch heutigen Tages (1783) die Stadt München umgeben, mithin diese Epoche der Vergrößerung und Erweiterung der Stadt München eigentlich unter die Regierungszeit Herzog Rudolphs gehört. Rings um den inneren Graben findet man nicht das mindeste Überbleibsel einer ehemals da gestandenen Mauer; schon von dem Jahre 1295 kömmt eine Urkunde vor, kraft welcher das Kloster Scheuren für sein an der Schwäbingergasse gelegenes Haus 45 Pfund Münchnerpfennige steuern soll. Robertson beweiset mit unläugbaren Gründen, daß die Städte Italiens, und nach deren Beispiel auch andere, alle ihre Einwohner geistlich und adligen Standes zur Mitabtragung aller Auflagen und Taxen anhielten; hieraus ergibt sich zugleich,

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