München in der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Eine der interessantesten Epochen in der Geschichte Bayerns und seiner Hauptstadt bringt die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem gewaltigen Ringen nach geistigem Aufschwung, dem Morgenroth moderner Bildung und Aufklärung. Von dem Zustande des geistigen und wissenschaftlichen Lebens vor Beginn dieser neuen Ära gibt Westenrieder ein anschauliches Bild:

"Geistliche Orden hatten den Unterricht der Jugend fast ausschließlich in Händen und trachteten hauptsächlich danach, sie in der katholischen Religion zu befestigen. Jede auch noch so kleine Verbesserung hieß man eine Neuerung und mit jeder Neuerung verband man den Begriff einer Gefahr. Man argwöhnte überall ein verborgenes Gift. Man dachte nur immer an die Ausartung der Dinge und hatte die Überlegung nicht mehr, zu denken, daß, wenn der Mißbrauch des Forschungsgeistes und der Gelehrsamkeit Schaden anrichtet, der Mangel an Forschen und an den ersten unentbehrlichen Kenntnissen noch weit mehr Unheil nach sich ziehe."

In diese Verhältnisse voll Dumpfheit und Moderduft kam nun der freidenkende, hochsinnige Maximilian Joseph III.

Der Altmeister bayerischer Geschichte, Professor Dr. Heigel, sagt von ihm: "Kurfürst Max Joseph III., den nicht höfische Schmeichelei, sondern das ganze Volk den Vielgeliebten nannte, war so recht ein Friedensfürst. Ihm danken Stadt und Land neuen Aufschwung auf geistigem Gebiet. Die Drangsal der vielen Kriege und die welsche Üppigkeit des à la mode-Zeitalters hatten auf die Volksbildung den ungünstigsten Einfluß geübt. Das Schulwesen lag darnieder, die wissenschaftlichen Studien waren zu leerem Formelkram herabgesunken, Aberglaube und Sittenroheit emporgewuchert. Seit dem dreißigjährigen Krieg ist solche Erschlaffung des geistigen

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