Die Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern.

So sonderbar, wie so viele andere Königswahlen in dem vom ewigen Fürstenhader zerrissenen deutschen Reich, ist auch Ludwigs Wahl zu Stande gekommen. Das gefährliche Österreich wollten die Kurfürsten durch die Wahl Friedrichs des Schönen nicht noch mächtiger machen und da blickten sie denn wieder um nach Einem, der nicht viel Geld im Beutel und keine große Hausmacht besaß.

Der alle diese begehrten Eigenschaften in sich vereinigte, saß damals in München - es war der Herzog des kleinen Oberbayern, Ludwig, bei dem auch noch der Umstand mitsprach, daß er durch seine Erziehung am Wiener Hofe in allen Dingen der Regierung sehr gut Bescheid wußte.

Dreißig Jahre war Ludwig noch nicht alt, als die fünf Wahlherren aus Frankfurt in München erschienen und ihren Antrag stellten. Niemandem kam das überraschender als Ludwig selbst; nie hatte er an die Krone des deutschen Reiches gedacht - er lehnte in seiner Bescheidenheit zuerst ab, aber bei seiner politischen Einsicht bedurfte es keiner allzu großen Überredungskunst, um ihn zum Annehmen zu bestimmen, denn ging sein Todfeind Österreich siegreich aus der Urne, so handelte es sich für ihn um Sein oder Nichtsein.

So wurde denn der Herzog von Oberbayern am 18. Oktober 1314 als Ludwig IV. König. Die feindliche Gegenpartei antwortete damit, daß sie Friedrich den Schönen zum König ausrief. Der blutige deutsche Bruderkrieg beginnt. Beide Könige haben dem Papst ihre Wahl angezeigt und suchen ihn für sich zu gewinnen. Aber er entscheidet weder für den Einen noch für den Andern. Vorerst wird bedingungslose Unterwerfung unter den päpstlichen Stuhl verlangt und Anerkennung des Princips,

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