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daß die Wahlfürsten zwar einen König wählen können, aber dann erst die Erlaubniß des Papstes, seine Salbung, nothwendig sei, damit der König auch seine königliche Gewalt ausüben dürfe.

Dem widersprach Ludwig voll Stolz und Kraft - die Folge davon war, daß Papst Johann XXII. unter dem 31. März 1319 eine Bulle herausgab, worin er den

Siegel Kaiser Ludwigs IV.

deutschen Thron für erledigt und sich selbst als Reichsverweser erklärte. Gewiß ein starkes Stück. Er erließ auch peremptorische Befehle, besetzte Stellen und handelte als wäre er thatsächlich deutscher König - alles das unter der Angabe, "Frieden stiften zu wollen". Natürlich trat gerade das Gegentheil ein, der große Krieg wurde nur beschleunigt und spitzte sich am 28. September 1322 zu der mörderischen Schlacht zwischen Mühldorf und Ampfing zu, die mit der vollkommenen Niederlage Friedrichs von Österreich endete.

Ludwig läßt die Entscheidung in diesem "Gottesgericht" durch eine große Gesandtschaft dem Papste melden, der in Avignon residirte, und bittet nun als treuer Sohn der Kirche um die päpstliche Anerkennung. Aber die damaligen Päpste waren viel zu viel weltliche Politiker. Johann XXII. hofft von Frankreich Wiedereroberung seiner Länder in Italien, wo man ihn vertrieben hat. Von Ludwig ist nichts zu hoffen - der Franzose möchte gerne auch die deutsche Kaiserkrone tragen und umschmeichelt den heiligen Vater, was Wunder, daß er sich jetzt schroff gegen Ludwig stellt? Als nun Ludwig gar gegen den "im Hintergrunde der päpstlichen Partei lauernden König von

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