Bürgeraufruhr und innere Umwälzungen.

Die Geschichte zeigt uns so recht deutlich die Hinfälligkeit alles "menschlich Ewigen" - und nur mit Lächeln kann man heute die alten bombastischen Briefe der Könige und Fürsten lesen, worin dies oder das "für ewige Zeiten verbrieft, anbefohlen und zugesagt" wird.

Die "Ewigkeiten" in der Geschichte menschlicher Herrschaft sind recht kurz; möge diese Herrschaft nun von einem Einzelnen oder ganzen Parteien ausgeübt werden.

Auch die Geschichte Münchens zeigt uns diesen verhältnißmäßig recht raschen Wechsel der "Ewigkeiten".

Bevor die Münchener Zünfte zu der Höhe ihrer inneren Organisation und kriegerischen Tüchtigkeit gediehen waren, da führten in der Stadt die Patrizierfamilien und einige Adelige das Regiment.

Die Bürgermeisterstellen und alle Rathsherrnstellen waren in ihren Händen. Sie herrschten vollständig unabhängig ganz nach Gutdünken; sie verwalteten das städtische Vermögen, ohne irgend Jemand darüber Rechenschaft zu legen.

Das war bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts so gegangen. Aber mittlerweile waren auch die großen Kinder aus dem Volke reif und hellsehend geworden; man frug sich, ob man denn nur dazu da sei, seine Knochen zu Markte zu tragen, wenn der Kriegsruf ertönte, oder Steuern pünktlich und brav zu zahlen, wenn der Stadtknecht in die Häuser ging und vermeldete, "man sitze im Rathhause an der Steuer".

In den Zünften und Innungen gab es jetzt in allen Städten genug helle Köpfe, die viel von der Welt gesehen und geistig gewiß höher standen, als die stolzen Patrizier, die oft kaum über das Weichbild der Stadt hinausgekommen waren, aber

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