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Der Einzug des siegreichen Heeres in München gestaltete sich zu einem großen Triumphe. Auf dem Marienplatze fand ein großer Gottesdienst statt und der Herzog gelobte, der Jungfrau Maria daselbst ein herrliches Standbild zu errichten.

Es ist dies die im Jahre 1634 dann zur Aufstellung gekommene Mariensäule, deren Entwurf von Peter Candid herrührte. - -

In der ersten Hälfte des dreißigjährigen Krieges wurde München von seinen Greueln so gut wie ganz verschont.

Die allgemeine Theuerung freilich machte sich fühlbar und die Noth des Lebens im Allgemeinen; aber noch hatte kein fremdes Heer seinen Fuß inner die Stadtmauern gesetzt und auch keiner Belagerung war die Stadt ausgesetzt gewesen. Im Gegentheil - München verschönerte sich gerade damals im Inneren baulich ungemein. Sehr viele neue Wohnhäuser wurden errichtet, der Herzog vollendete den Bau der neuen Residenz mit ihren architektonisch prachtvollen Portalen, baute das Lustschloß Schleißheim fertig, das Josephspital sowie das Herzogspital.

Aber der furchtbare Krieg mußte natürlich auch auf München seine Schatten werfen. Da war vor allem das immer ärger in Verwirrung gerathende Münzwesen; die sogenannten "Kipper- und Wipperzeiten" brachen an. Allerorten wurde das gute Geld aufgekauft und in zahllosen Münzstätten der Städte und Städtchen sowie hoher und niederer Herren auf das Unverschämteste verfälscht. Der Wucher gelangte bald zu ungeahnter Blüthe - und der Werth vollwichtigen Geldes stieg rapid; so war in München gegen 1630 ein Reichsthaler 15 fl. werth.

Hand in Hand damit ging natürlich eine furchtbare Theuerung, so daß die Münchener Schranne vom 8. April 1623 folgende Preise aufwies:

1 Schäffel Waizen. . . .60 fl.
1 " Korn. . . .52 fl.
1 " Gerste. . . .21 fl.
1 " Hafer. . . .19 fl.

Durch den so schwunghaft betriebenen Volksbetrug mit der Münzenverschlechterung begannen Handel und Wandel langsam zu stocken. Die Gewerbsleute wollten gar nicht mehr ihren Geschäften nachgehen, weil sie ja beim Zahlen doch nur betrogen wurden.

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