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Maximilian bemühte sich nach Kräften, den Übelständen zu steuern. Er erließ eine Geldordnung - aber im Großen und Ganzen war er gegen das übermächtig hereinbrechende Unheil machtlos.

Gleich bei Beginn des Krieges hatte er für München auch insoferne gesorgt, als er durch seinen Hofbaumeister Heinrich Schön die Festungswerke der Stadt allseits wieder in Stand setzen ließ.

Gustav Adolf, König von Schweden.

Die Bürgerschaft betheiligte sich voll Eifer daran und bald konnte man sagen, daß alles geschehen, was in dieser Beziehung möglich war.

Als im Jahre 1630 die Schreckenskunde durch Deutschland drang: König Gustav Adolf von Schweden sei gelandet und wolle alle katholischen Länder vernichten, da entflammte der Arbeitsgeist der Münchner von Neuem, und die Befestigungswerke wimmelten nur so von Fleißigen. Die Gräben wurden mit Wasser gefüllt - und endlich war alles im Stand.

Nun folgte aber auch eine Hiobspost der anderen.

Nach dem Siege von Leipzig war Gustav Adolf in Bayern eingedrungen; es kam die Schlacht bei Rain, wo Tilly fiel; Gustav Adolf erobert Augsburg, geht dann nach Ingolstadt und von dort plötzlich direkt nach München, da Kurfürst Maximilian Regensburg besetzt hatte.

Als die Nachricht von dem Anrücken des schwedischen Heeres kam, verbreitete sich in München panischer Schrecken. Die Kurfürstin flüchtete mit dem ganzen Hofe nach Salzburg. Dorthin schaffte man auch in aller Eile den kurfürstlichen Schatz, Baargeld und Kostbarkeiten sowie zwei Fässer mit wichtigen städtischen Urkunden. Der Stadtkommandant Julius Burghauser exerzirte fleißig mit seiner Mannschaft und suchte den gesunkenen Muth zu heben, aber als am 8. Mai zur Vesperzeit plötzlich der Ruf ertönte: "Die Schweden kommen!" da war es mit allem Muthe zu Ende. Und dann brachten Flüchtlinge noch weitere schreckliche Botschaften: Gustav Adolf habe gedroht, an München furchtbare Rache zu nehmen "wegen des bayerischen Heerführers Tilly Schandthat an Magdeburg".

Der Rath hielt es bei der entsetzten Stimmung der Bevölkerung am räthlichsten, mit dem schrecklichen Schwedenkönige sich womöglich in Güte auseinanderzusetzen.

Vom Kurfürsten war schon früher für solche Fälle der in München anwesende französische Gesandte St. Etienne nominirt worden, der der Münchner Bürgerschaft in erster Linie als Vermittler bei dem Schwedenkönige dienen sollte.

Am 15. Mai Morgens traf Etienne mit den Bürgermeistern Ligsalz und Barth, den Räthen Parstorffer und Küttner v. Künitz in Freising ein, um ihre Bitten dem

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