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Hause von Geschlecht zu Geschlecht. Kein anderes deutsches Fürstenhaus hat mit so viel Entschiedenheit und Beharrlichkeit jegliches künstlerische Streben unterstützt und gefördert, obwohl die Lebenden dafür nichts weniger als den Dank der Mitwelt erfuhren.

Die herzogliche Hofkapelle unter Orlando di Lassos Leitung.
Nach einem handcolorirten Stich vom Jahre 1586 aus Wagners Werk über die Vermählung Wilhelm V.

Albrecht V. ist der Begründer jener Kunstsammlungen, die heute das köstlichste Kleinod der Isarstadt. Um große Summen ließ er in Italien Antiken aus Marmor und Erz, geschnittene Steine, Münzen und Handzeichnungen für sich ankaufen. Auch Gemälde erwarb er allerorten und betraute die einheimischen Künstler mit Aufträgen. In den Werken von Christof Schwarz und Hans Mielich gibt sich Tiefe und Macht des deutschen Gemüths in rührend naiver Weise kund. Albrecht legte auch den Grund zum reichen Bücherschatz, der, fort und fort vermehrt und von Ludwig I. im herrlichen Bibliothekgebäude aufgestellt, nach mehr als einer Richtung nicht seines Gleichen hat. Vor Allem aber wurde die edle Musica in München gepflegt. Der Niederländer Roland de Lattre, bekannter unter dem Namen Orlando di Lasso, vom Herzog nach München berufen und wie ein Fürst geehrt, erhob die herzogliche Capelle zur ersten der Welt."

So gedieh das künstlerische Leben in München zu einer achtunggebietenden Höhe. Unter den vielen glänzenden Fürstenhöfen der Renaissance war der zu München damals wohl einer der glänzendsten.

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