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saß ein Karl Ligsalz auf dem Bürgermeisterstuhle. Im Jahre 1469 erkauften die Brüder Johann und Karl Ligsalz die "Hofmarch Ascholding", wurden daraufhin "edelmannsfrei" und kurze Zeit darauf in den Freiherrnstand erhoben. Der letzte des Geschlechtes war Ferd. Anton Frhr. v. Ligsalz, Bürgermeister der Stadt München, der im Jahre 1739 starb. An der Frauenkirche befindet

sich eine ganze Reihe von Grabsteinen dieser Familie, die im Innern des Domes auch eine eigene Kapelle und Begräbnißstätte besaß.

Einen noch heute sehr populären Namen besaß die Familie der Sentlinger (Sendlinger). Der Stammbaum läßt sich noch

vor die Gründung Münchens zurückführen, und es ist sehr wahrscheinlich, daß sie ihre Güter in und um Sendling hatten. In der Münchener Kirchengeschichte spielt Sighart der Sendlinger eine hervorragende Rolle, denn er ist der Stifter des Klarissinnen-Klosters am Anger (1284). Sein Sohn wurde als Konrad III. (1314) zum Bischof von Freising erhoben. Das Geschlecht der Sendlinger, das im Rathe der Stadt eine hervorragende Rolle gespielt, starb zu Anfang des 16. Jahrhunderts aus.

Weniger bekannt dürfte den heutigen Münchnern der Name Gollir (Gollier) sein obwohl noch eine Gollierstraße von seinem einstigen Bestande er zählt. Die Gollir waren durch Wechselgeschäfte zu großem Reichthum gelangt. Nicht immer mögen die Geschäfte auch ganz sauber gewesen sein - bei dem großen Geldschwindel unter Herzog Rudolph ganz gewiß nicht. Ritter Ainwich der Gollir war damals mit knapper Noth dem Volksgerichte und dem gleichen Schicksale wie der Münzmeister entgangen. Hauptsächlich deßhalb und um Gott wieder zu versöhnen, stiftete er auch dann - wie schon vorhin erzählt - die "Gollirkapelle". Der Sohn Ainwichs scheint der letzte seines Stammes gewesen zu sein. Kaiser Ludwig der Bayer, an den der bedeutende Nachlaß der Gollir gefallen war, stattete aus demselben das von ihm gestiftete Kloster Ettal aus.

Eine der belebtesten Straßen Münchens, die Kaufingerstraße, hält das Gedächtniß an die alte Patrizierfamilie der Kufringer (Kaufringer, dann endlich Kaufinger) wach. Wahrscheinlich stammten sie aus Kaufring bei Landsberg, doch ist dies urkundlich nicht erweisbar. Im 13. Jahrhundert schon zählt unter den Mitgliedern des Stadtrathes ein Kaufringer, und Ende dieses Jahrhunderts hieß der spätere "schöne Thurm" "Eufringerthor". Daraus wäre zu schließen, daß die Kaufringer in der nächsten Nähe ansässig gewesen. Wann die Kaufringer ausgestorben, ist unbekannt.

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