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Von den großen Fehden, bei welchen die Münchener Bürger hervorragend thätig waren, muß da vor Allem schon an dieser Stelle der Schlacht bei Alling gedacht werden (1422). Sie entsprang den vielen Fehden und Streitigkeiten, die Herzog Ludwig der Gebartete heraufbeschworen hatte. Er wollte sich dem gegen ihn ergangenen Schiedsspruche nicht unterwerfen, denn es gelüstete ihn noch immer nach dem Besitze des starken Münchens mit seiner schönen Residenz. Sein ganzer Haß

Das alte "Stadthaus" am Jakobsplatz.
(Heute Histor. Stadtmuseum, Maillinger- und Modellsammlung.)

richtete sich daher gegen die Herzoge Ernst und Wilhelm von München, sowie gegen Herzog Heinrich von Landshut, da sich dieser beharrlich weigerte, eine von Ludwig geforderte Entschädigung von 8000 fl. für abgetretene Theile Niederbayerns zu bezahlen. In der zarten Sprache der damaligen Zeit nannte Ludwig daher den Herzog Heinrich nie anders, als "fahrigen Mörder Heinrich, der sich nennt von Bayern". Nicht minder haßte er aber auch den Burggrafen Friedrich von Nürnberg, der von Kaiser Sigmund gegen ein Pfand von 400,000 ungarischen Gulden die Mark Brandenburg erhalten hatte*) Er war damit auch Kurfürst des Reiches geworden, wofür er von Ludwig spottend der "Neu-Wedel" genannt wurde.

Diese Fürsten nun schlossen am 17. Februar 1414 ein Schutz- und Trutzbündniß gegen Ludwig. Dieser hielt sich auch vorerst ruhig und suchte auswärts Bundesgenossen.


*) Da Sigmund diese Summe nicht zurückbezahlen konnte, verblieb Friedrich im Besitze der Mark Brandenburg und wurde somit der Gründer des heutigen preußischen Königshauses.

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