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nach einer Belagerung von elf Wochen gelang es, die Veste Schaumburg einzunehmen, worauf sie gleich vom Grunde aus zerstört wurde. Dieses Unternehmen verursachte der Stadtkammer eine Ausgabe von 211 Pfd. Pfennig, also nach unserem Gelde über 6800 Mark.

Allein Gebhard von Kammer brütete wegen des Verlustes der Veste Schaumburg schwere Rache über München. Er sandte sogleich Mordbrenner aus, um die Stadt in Brand zu stecken. Der Magistrat aber ließ acht Wochen lang die Thore der Stadt wohl bewachen und die Bürger zur Vorsicht und Wachsamkeit auffordern.

Transport einer Kanone.

Es brach wirklich bei den Augustinern Feuer aus, das aber glücklicherweise bald gelöscht wurde. Einer dieser Mordbrenner wurde in der Stadt gefangen, zweien andern Knechten des Gebhard von Kammer wurde nachgeritten und ihnen die Köpfe abgeschlagen.

Lange Zeit hielt sich Gebhard von Kammer ruhig; aber gegen Ende des Jahres 1417 vernahm man, daß er mit anderen Feinden von Schwaben her in das Land einfallen wolle. Um dieses zu verhindern, zog Herzog Wilhelm mit einem Theile der Bürger von München an den Lech. Aber nun, im Jahre 1418, schickte der Kammer Mordbrenner nach München, und es gelang denselben diesmal leider, einen fürchterlichen Brand zu stiften, welcher beinahe das ganze Thal, das Heilig-Geistspital, das Rathhaus, die Graggenau, die hölzernen Gänge um die Stadtmauern und die Thürme verzehrte. Ein altes Weib, welches aussagte, sie sei zu diesem Brande von Herzog Ludwig dem Gebarteten und seinen Genossen, zu denen der von Kammer gehörte, gedungen worden, wurde aus der Stadt gejagt. Die Thore der Stadt aber ließ der Magistrat durch eigene Thorhüter noch siebenundzwanzig Wochen lang bewachen, "von des von Kammer und der Brunst wegen", wie es in der Stadtkammerrechnung heißt.

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