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Durch Jahrhunderte war man auch fest überzeugt, daß der Leichnam Kaiser Ludwigs dort begraben und später, nach Auflassung jener Kapelle und Erbauung des

Domes, daselbst in einer Tumba - gleichzeitig mit den gesammelten Gebeinen seiner Vorfahren - die ewige Ruhe gefunden habe. Das erste Denkmal für Kaiser Ludwig ließ auch Herzog Albert von Meister Hanns dem Steinmeißel in jener Kapelle setzen. Dieser aus rothem Schlehdorfer Marmor gefertigte Grabstein ist im Innern des von Maximilian I. im Jahre 1622 errichteten großartigen Denkmales in der Frauenkirche eingefügt.

Später erhoben sich nun Stimmen, welche bezweifelten, daß die Leiche des Kaisers wirklich in der alten Frauenkirche belassen worden sei - es hieß vielmehr, daß sie doch bei den Augustinern später ihre Ruhestätte gefunden habe. Der Streit über diese Frage, der namentlich in den 70er Jahren dieses Jahrhunderts unter den Gelehrten wieder aufflammte, veranlaßte den Privatgelehrten J. Faßl im Jahre 1877, um die Genehmigung zur Nachforschung in den Grüften der Augustinerkirche anzusuchen.

König Ludwig II., der sich selbst für diese Frage sehr interessierte, ertheilte die Erlaubniß.

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