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Schon von Pfederheim aus (18. Febr. 1315) hatte Ludwig den Münchnern einen königlichen Schutz- und Geleitsbrief (worin er deren Treue und Anhänglichkeit warm belobt) "in Ansehung deren Personen, Güter und Abgesandten durch das ganze römische Reich, wie auch durch Ober- und Unterbaiern", ertheilt.

Er war nun eifrig bestrebt, seine Residenzstadt unablässig zu verschönern; vor Allem fehlte München damals das, was die Zierde anderer Städte war: ein großer, schöner Marktplatz.

Der heutige Marienplatz hatte in jenen Zeiten ein recht verwahrlostes Aussehen. Räumlich war er wohl um die Hälfte kleiner als heute. In der Mitte erhob sich

das "Dinghaus" (Gerichtshaus), in dem der Richter seines Amtes waltete. Sehr zur Verkleinerung trug auch die Gollierkapelle bei, die weit in den Platz hineinragte.

Die Standplätze der Fleischer, Bäcker etc. befanden sich auf dem "Platz", Bauholz wurde hier von den Zimmerleuten zurechtgemacht, Steine behauen und Ziegel aufgestapelt.

Am 4. Mai 1315 erließ nun Ludwig eine Verordnung, laut welcher alle Handwerker ungesäumt den Platz räumen mußten; die Fleisch- und Brodverkäufer wurden ebenfalls verwiesen und der "Platz" nach allen Seiten abgesteckt und befohlen, daß auf dieser Fläche kein Haus aufgeführt werden dürfe. (Der Name "Marienplatz" ist als offizielle Bezeichnung kaum 50 Jahre alt; er stammt von der, Mitte des XVII. Jahrhunderts durch Kurfürst Maximilian I. errichteten Mariensäule. In früheren Zeiten hieß er kurzweg "der Platz" oder auch der "Schrannenplatz", da sich die Schranne dort befand. Der nördliche Theil des Platzes wurde {als im Bereiche der Pfarrei U. L. Frau gelegen} wohl auch "Platz Mariä" genannt, während der Theil gegen das Rathhaus zu "Platz Petri" hieß {weil im Bereich dieser Pfarrei gelegen}.)

Aber auch in den übrigen Theilen der Stadt sah es zu Beginn des XIV. Jahrhunderts recht wenig einladend aus.

Das Gefährlichste an der Bauart Münchens war, daß die Häuser meist leicht aus Balken und Brettern gezimmert und mit Lehm verputzt waren, während die Dächer

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