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Daß Herzog Ludwig die meisten Regierungsgeschäfte in seiner Münchener Residenz erledigte, das beweisen uns zahlreiche Dokumente (siehe "Monumenta Boica") und Urkunden, welche alle das Datum München tragen.

Die Handelsthätigkeit in München hob sich immer mehr und die Bürger verstanden es gar wohl, ihren Vortheil zu wahren. Sie ließen sich keine Gelegenheit entgehen, Erleichterungen und neue Freiheiten für ihre Handelsgeschäfte zu erlangen.

So gab ihnen im Jahre 1280 auf ihr Begehren Kaiser Rudolph eine Urkunde, "daß sie in Übung ihrer Kaufgewerb mit ihren eigenen Gütern zu Land und zu Wasser

Angerthor.

durch das ganze Reich all’ die Freyheit haben sollen, wie die Bürger von Regensburg".

Dieser stetig zunehmende Aufschwung und die Vermehrung der Einwohnerschaft machten es im Jahre 1271 nothwendig, die bisher einzige Pfarrei von München, die "St. Peters-Pfarr", zu theilen.

Die St. Peterspfarrkirche war bis dahin unzweifelhaft die einzige Pfarrei in München. Wann diese entstanden, darüber fehlen alle urkundlichen Nachrichten; möglicherweise war sie gleich nach der Gründung Münchens durch Heinrich den Löwen errichtet worden. Andere behaupten, wahrscheinlich sei der Bau der Peterskirche erst im Jahre 1286 begonnen und der Thurm mit zwei Spitzen versehen worden - acht Jahre später erst sei sie durch den Bischof Enicho von Freising im Beisein der Herzoge Rudolph und Ludwig eingeweiht worden-*)

Als nun im Jahre 1271 die Zweitheilung der Münchener Pfarrei vorgenommen wurde, da verlegte man den Sitz der zweiten Pfarre nach der Frauenkapelle.

Die Urkunde hierüber nebst der Bestätigung Papst Gregors X. finden sich noch im Stadtarchive verwahrt.


*) Näheres über die Geschichte der Münchener Kirchen siehe im später folgenden Kapitel: "Das deutsche Rom".

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