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Mit dem Einzuge der Wittelsbacher beginnt die eigentliche Geschichte Münchens, mit ihren stolzen Blättern voll Glanz und Ruhm - bis herauf zu der werdenden Millionenstadt, dem leuchtenden Zentrum deutscher Kunst. Der Altmeister bayerischer Geschichte, Prof. Dr. Heigel, sagt: "Mehr freilich als jede andere Stadt wurde München durch Fürstenschutz und Fürstengunst gefördert. Allzeit waren die Regenten aus dem Hause Wittelsbach ebenso bereit, der Hände Fleiß Ehre und Schutz zu zollen, wie unablässig bemüht, den idealen Sinn im Volk zu wecken und zu hegen."




Um zurückzukommen auf die Uranfänge Münchens, so genügt es nicht, nur die trockene Thatsache zu berichten, daß diese Stadt eigentlich einer ziemlich rohen That des Welfenherzogs gegen den Bischof von Freising ihr Entstehen dankt, sondern man muß auch ein wenig die ganzen sozialen Verhältnisse jener Zeit betrachten. - Es war doch noch ein tieferer Grund da, der Heinrich den Löwen bestimmte, die unscheinbare villa Munichen mit stattlichen Mauern und Wällen zu umgeben, Gotteshäuser zu bauen und aus dem armen Fischerdörfchen eine feste Stadt zu machen, als nur der Umstand, den geraubten Zoll, die Münze und Brücke zu schützen.

Heinrich der Löwe war - wie so viele andere Fürsten jener Zeit - ein eifriger Städtegründer.

Warum aber? Es lag eben im Geiste der Zeit, in den sozialen Verhältnissen. Das sogenannte "städtebauende Zeitalter" begann damals. Kaum senkte man irgendwo die Steine in die Erde zum Baue von Umfassungsmauern, so strömten auch schon von allen Seiten gar emsig Menschen herzu, bereit, "Burgaere" der neuen Stadt zu werden. Sie folgten Alle einem kulturhistorischen Zuge - sagt sehr richtig der Historiker Franz Löher: "Das Feudalprincip hatte seinen Höhepunkt erreicht, es hatte Alles entwickelt, was an bildungsfähigen Keimen in ihm lag - jetzt, wo das Lehenswesen zu erstarren anfing, übernahm ein anderes Princip die Führung der Zeit, das genossenschaftliche oder Corporationsprincip, welches fortan zahllose Verbände schuf der verschiedensten Stände und Parteien, am mächtigsten und dauerndsten die Eidgenossenschaften der Stadtbürger.

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