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(die auch Linprun erzählt) erhöhte Bedeutung, wonach bei Bayerbrunn dereinst eine große Stadt gestanden, die dann "versunken" sei. Zahlreiche Ausgrabungen in jener Gegend haben nun so viele römische Mauerwerke, Steine, Waffen, Münzen und Gebrauchsgegenstände zu Tage gefördert, daß kein Zweifel mehr darüber sein kann, daß gerade hier vor bald zweitausend Jahren eine blühende römische Niederlassung sich befunden habe.

"Die alten Völker waren weit mehr als wir bestrebt, ihre Begräbnißstätten zu kennzeichnen und auszustatten. Abgesehen davon, daß sie in den meisten Fällen einen weithin sichtbaren Hügel errichteten, gaben sie den Verstorbenen ihren Schmuck und ihre Waffen mit und was denselben sonst noch im Leben lieb und theuer war, da sie es nach ihrem religiösen Glauben in der anderen Welt wieder brauchten. Unschätzbare Zeugen für die Geschichte sind demnach diese Grabstätten und deren Ausbeute, und sie


Römische Feldschmiede
Gefunden 1892 in der Nähe des Schlosses Grünwald. Sämmtliche Gegenstände sehr gut erhalten.

verdienen um so mehr erwähnt zu werden, als sie in Ermanglung anderer Quellen das letzte zuverlässige Zeugniß von der Existenz und dem Kulturzustande eines Volkes geben." Und diese Beweismittel hat gerade Grünwald in hervorragendem Maße geliefert. In der Nähe des Dorfes fanden sich zahlreiche Gräber mit germanischen Überresten, die nunmehr beinahe sämmtlich im bayerischen Nationalmuseum aufbewahrt sind. Von den römischen Funden ist der interessanteste die sogenannte "Schmiede von Grünwald", die im Jahre 1892 ausgegraben wurde und nun eines der werthvollsten Stücke der römischen Abtheilung des Nationalmuseums bildet.

Diese seit Aventin vollkommen vernachlässigten römischen Forschungen (erst Linprun nahm sie um 1760 wieder auf) führten zu dem Ergebnisse, daß wir bei Grünwald die Römerbrücke über die Isar zu suchen haben, welche die Verbindung der uralten Heerstraße von Augsburg nach Salzburg vermittelte. Über diese Brücke haben früher mancherlei unrichtige Ansichten existirt. So war es Linprun, der in einer Abhandlung der Akademie der Wissenschaften (1763) behauptete, der sogenannte Georgenstein, der allen Münchener Ausflüglern wohlbekannte merkwürdige Felsblock in der Isar, habe als einer der Hauptpfeiler der alten großen Römerbrücke gedient. Neuere genaue aut-

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