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Sein erster Mitregent, Herzog Johann, starb bald.*) Ihm folgte Herzog Sigismund, gewiß eine der liebenswürdigsten und lebensfrohesten Gestalten unter den bayerischen Herzogen des Mittelalters. Er machte sich aus der Regierung nicht viel, liebte Minnesang und Künstler, holde Frauen und seltene Thiere und hatte hervorragenden Sinn für prunkvolle Ausstattung seiner Schlösser. Sehr bald verzichtete er

Herzog Albrecht III., der Fromme.

auf die Mitregierung zu Gunsten Albrechts, der damit schon vorläufig Alleinherrscher wurde. Schon damals faßte er den Beschluß, zum Heile und Segen des Landes und der Städte, das Prinzip der Alleinherrschaft des Erstgeborenen in Bayern festzulegen.


*) Gleich zu Beginn der Regierung der zwei Herzoge war Bayern und München von einem bösen Gast heimgesucht worden, dem "schwarzen Tod", der Pest. Ob die damals (1462) wüthende Seuche wirklich die Beulenpest war, wird vielfach bezweifelt - es dürfte eher Brechruhr oder Cholera gewesen sein. Die Sterblichkeit war aber sehr groß.

Neue Forschungen (siehe die interessante "Geschichte der Medizin während des Mittelalters" von Oberarzt Dr. Becker in Hildesheim) bezeichnen jene Seuche als den sogenannten "englischen Schweiß". Der Ausgangspunkt der furchtbaren Krankheit war Hamburg und von dort nahm sie ihren Weg durch ganz Deutschland. Die meisten, welche davon ergriffen wurden, starben des andern Tages. Die Hamburger

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