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6 Eimer Pulver;
16 Eimer Schwefel;
23 Eimer Saliter;
12 Zentner Blei und Kugeln (Büchsensteine ohne Zahl);
600 Fußeisen oder Fußangeln.

Ferner zählt das Verzeichniß noch große Vorräthe an Äxten, Hellebarden, Fackeln, "werfende und streichende Werke" etc. auf. Dabei sind die Kanonen nicht mitgezählt; kurz, die Artillerie der Münchner bedurfte damals 150 Pferde, um kriegsmäßig ausrücken zu können.

Und diese Artillerie war außerordentlich mannigfaltig in Größe und Art der Verwendung. Es gab da sogenannte Karthaunen, "scharfe Metzen", Falkaunen und Falkonete, Feldschlangen, Scharfentin und "Nothschlangen" etc.

Die größten Geschütze waren: die "Stachlerin", die 3½ Zentner schwere Eisenkugeln schleuderte, dann der "Böcker", der 2 Zentner-Kugeln schoß; Hans der Orgelmeister goß 1425 eine Kanone, die beinahe 44 Zentner schwer war. Das gab bei Expeditionen nach Auswärts auf den schlechten Straßen schon hie und da ein böses Stück Arbeit, diese Mordgeschosse fortzuschaffen.

Diese respekteinflößenden Donnerbüchsen waren aber in jenen fehdereichen Zeiten sehr von nöthen, denn nicht nur in den Kriegen Kaiser Ludwigs und der bayerischen Herzoge bedurfte man ihrer - es verging kaum ein Jahr, wo nicht größere und kleinere Fehden mit verschiedenen Raubrittern ausgefochten werden mußten, die der Stadt aus irgend einem Grunde "widersagt" hatten. Dann tönten die Allarmhörner durch die Straßen und von allen Seiten eilten die Gewaffneten herbei, die Zünftler vom Arbeitstisch weg, und vor dem Stadthause gab es ein gar reges, kriegerisches Leben. Diese "ritterlichen" Fehden hatten ihren Grund meistens in Geldforderungen,

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