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Artikeln, wurden nach geschehener Erwähnung und Annahme von der Obrigkeit mittels Angelobens in Pflichten gesetzt. Diese beiden Vorsteher haben streitige Handwerkssachen zu erörtern, Jungen ein- und auszuschreiben, dem um das Meisterrecht sich meldenden Gesellen das Meisterstück anzugeben, den Zusammenkünften beizuwohnen. Wenn die Zunft keine eigenen Lademeister hat, so haben die Kerzenmeister gemeinschaftlich die Rechnung zu führen. - Das Strafrecht konnten sie nur in Gegenwart des Obmannes oder Wetteherrn ausüben, bei großen Handwerken hatten sie noch zwei Beisitzende. Der jüngste Meister ist der Handwerks-Diener.

Typen von Münchener Zünftlern (14. Jahrh.)
(Original in der Münchener Hof- und Staatsbibliothek.)

Die übrigen der Zunft angehörigen Meister werden in collegialer Form "gemein Meister" genannt und benennen sich untereinander "Mitmeister oder Brüder".

Ohne landesherrliche Bewilligung kann sich kein Handwerk einer Lade bedienen. In der Herberge oder Haus des Vorstehers wird die Lade verwahrt mit zwei Schlössern versehen, wozu die beiden ältesten Kerzen- und Lademeister die Schlüssel haben. Darin wurden die Protokolle, Meisterbücher, Jungen-Einschreib- und Ausschreibbücher, Capitalbriefe, Ordnungen, Verträge, Geld etc. aufbewahrt. Bei Generalzusammenkünften pflegte man Sachen zu verhandeln, welche gemeines Handwerk, Eingriffe in den Zunftzwang, große Mißbräuche und Unordnungen betrafen oder Streitigkeiten, deren Entscheidung den Vorstehern der Patricularlade zu wichtig waren. Geringere und die regelmäßigen Patricular-Zusammenkünfte verhandelten die Tagesvorfälle und gewöhnlichere Sachen.

An diesem Tag wurde im Rathhaus oder Herberg die Handlung von den Kerzen- und Beisitzmeistern mit ceremoniellem Gruße die gewöhnliche Formel eingeleitet.

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