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von Salm in dasselbe und traten alsbald durch die entgegengesetzte Thüre wieder hinaus. In dem nämlichen Augenblicke traten auch der erlauchte Bräutigam mit seinem Vater Herzog Albrecht und den angesehensten Hofherren hervor, und Beide begegneten sich ungefähr in der Mitte der zwei Gezelte. Nach den erfolgten Begrüßungen und den gegenseitig gehaltenen Anreden begann der Zug nach der Stadt unter dem Donner der Geschütze, wobei die Braut in einem schön vergoldeten Wagen saß. Der Zug war so groß, daß, als die ersten Reiter durch das Neuhauserthor einzogen, die hohe Braut sich noch in ihrem Gezelte befand. Der Reiter waren 5640.

In der Stadt ging der Zug unter dem Gedränge der schaulustigen Leute, die die Straßen füllten, nach der Kirche U. L. Frau. Unter Glockengeläute und Trompeten- und Paukenschall trat Herzog Wilhelm mit seiner Braut in die Kirche auf die für sie bereitete Bühne, worauf der Bischof von Augsburg, Kardinal und Legat des Papstes, das Te Deum laudamus anstimmte, wozu der herzogliche Kapellmeister Orlando di Lasso eine kunstvolle sechsstimmige Musik komponirt hatte. Nach geendeter Kirchen-Ceremonie nahm der Zug seine Richtung in die herzogliche Burg, in welche nur die erlauchten fürstlichen Personen eintraten. Hierauf war große Hoftafel, wozu ungehindert Jedermann der Eintritt zum Zuschauen gestattet war. Während dieser Tafel,

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